Gebietsverkehrswacht

Hohenmölsen Teuchern e.V.

Junge Fahrer


Junge Fahrer - eine Hochrisikogruppe

Junge Fahrer sind eine Hochrisikogruppe. Jeder fünfte Verletzte und Getötete fällt in die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen, obwohl nur jeder zwölfte der Gesamtbevölkerung zu dieser Gruppe gehört. Fahranfängern und jungen Fahrern fehlt noch die Übung und Erfahrung im Umgang mit ihren Fahrzeugen. Daher schätzen sie viele Verkehrssituationen nicht richtig ein.

Junge Menschen organisieren sich überwiegend nach vielfältigen Neigungen und Interessen, beispielsweise nach modischen, musikalischen oder filmischen Vorlieben, nach Freizeitinteressen, Trink- und Konsumgewohnheiten, nach ihrer Stellung zu Gruppen der Jugend- und Alternativkultur und ihrer Art und Weise der Selbstdarstellung.

Gruppenzugehörigkeit, Lebensstil und Selbstwertgefühl haben entscheidenden Einfluss auf das Verkehrsverhalten und damit auch auf das Unfallrisiko. Junge Fahrer lassen sich unterteilen in eine Gruppe von etwa 70 % mit "normalen Anfängerrisiko" und einer Gruppe von ca. 30 %, die durch Zusatzrisiken wie beispielsweise übermäßiger Alkoholkonsum oder überzogener Hang zur Selbstdarstellung auffällt.

Die am meisten gefährdeten und zugleich gefährlichsten Verkehrsteilnehmer sind männliche junge Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren. Gerade bei der nächtlichen Heimfahrt auf der Landstraße, nach einem Diskobesuch oder einer Party in der Nachbargemeinde, lauern die Gefahren: mit Alkohol oder Drogen im Blut und in aufgereizter Stimmung vermindert sich die Fähigkeit, Geschwindigkeiten und Situationen realistisch einschätzen zu können. Besonders gefährdet sind hier auch die Beifahrer, meistens junge Frauen, die bei Unfallfahrten häufig verletzt werden oder gar ums Leben kommen.

Quelle: http://www.deutsche-verkehrswacht.de/home/angebote/junge-fahrer/junge-fahrer-eine-hochrisikogruppe.html


Aktion junge Fahrer

Schnell kann alles vorbei sein! Das Zielgruppenprogramm "Aktion junge Fahrer", kurz AjF, vermittelt Jugendlichen und jungen Erwachsenen in spannender Weise ernste Inhalte. Dazu bedienen sich die Verkehrswachten zum Teil spektakulärer Mittel und der Methode des erlebnisorientierten Lernens.

Der Abwurf eines Pkw aus 10 Meter Höhe simuliert einen Aufprall mit 50 km/h auf ein stehendes Hindernis. Auf dem Gurtschlitten spüren die Teilnehmer, mit welcher Wucht ihr Körper bei einem Zusammenstoß in den Sicherheitsgurt geschleudert und von im festgehalten wird. Das kann angesichts der Tatsache, dass viele Anfänger "Gurtmuffel" sind und mit der Anschnallpflicht eher locker umgehen, für manchen eine lebensrettende Erfahrung sein.

In Fahrsimulatoren erleben die jungen Fahrer, wie rasch sie eigenes Können überschätzen und falsch oder zu spät reagieren. Am Überschlagsimulator lernen sie unter der Anleitung von Verkehrswacht-Mitarbeitern Handgriffe, um sich aus einem Fahrzeug, das auf dem Dach liegt, zu befreien.

"Rauschbrillen" simulieren eine Wahrnehmung, wie sie durch eine bestimmte Blutalkoholkonzentration hervorgerufen wird. So erleben Jugendliche und junge Erwachsene auf anschauliche Weise, wie Alkohol die Fahrtüchtigkeit einschränkt und aufhebt.

Quelle: http://www.deutsche-verkehrswacht.de/home/angebote/junge-fahrer/aktion-junge-fahrer.html


Begleitetes Fahren ab 17

Auch andere Maßnahmen können die Verkehrssicherheit junger Fahrer verbessern und ihr Unfallrisiko zu senken.

Eine Erfolgsstory ist das "Begleitete Fahren ab 17" (BF 17).

Verständlicherweise haben viele junge Menschen den Wunsch, möglichst früh Auto fahren zu lernen und dann auch fahren zu dürfen. Ob genau dies zu verantworten ist, wurde ab 2004 im Rahmen von Modellversuchen zum begleiteten Fahren ab 17 in den Ländern erprobt: Jugendliche, die ihren Führerschein bereits gemacht hatten, durften ab 17 mit einer erfahrenen Begleitperson an ihrer Seite ans Steuer.

Die Ergebnisse waren erstaunlich. Die Anmeldezahlen und die ersten Begleitstudien zeigten eindeutig: Die Teilnehmer verursachten deutlich weniger Unfälle und Unfalldelikte als andere Führerscheinabsolventen. Zudem gab es bei ihnen nur halb so viele Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.

Und so funktioniert BF17: Jugendliche dürfen früher den Führerschein machen und früher ans Steuer, doch sie dürfen bis zu ihrem 18. Lebensjahr nur mit einer Begleitperson fahren. Diese wird vorab registriert und hat bei den Fahrten die Aufgabe, den Jugendlichen an eine sichere Fahrweise heranzuführen. So bekommen die jungen Autofahrer mehr Routine und Sicherheit beim Fahren.

Heute nutzen mehr als die Hälfte der Jugendlichen, die mit 18 Jahren ihren Kartenführerschein beantragen, die Möglichkeit des BF17. Das zeigt auch im Straßenverkehr eine erfreuliche Wirkung: Diese jungen Fahrerinnen und Fahrer sind als 18-Jährige um 23 Prozent weniger an Unfällen beteiligt und begehen 22 Prozent weniger Verkehrsverstöße als Jugendliche, die ihren Führerschein auf herkömmlichem Wege erwerben.

Insofern sprach alles dafür, das "Begleitete Fahren ab 17" in Dauerrecht zu überführen. Seit Januar 2011 ist es nun soweit: Dr. Peter Ramsauer (Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung) sagte: "Wissenschaftliche Argumente und auch die Erfahrungen vieler Menschen, die mir geschrieben haben, bestätigten mich darin, dass ´Begleitetes Fahren ab 17´ eine Erfolgsgeschichte für die Verkehrssicherheit in Deutschland ist. " Auf der Internetseite www.bf17.de finden sich alle wichtigen Infos zum Thema Begleitetes Fahren ab 17.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee zog am 12. Juli 2007 Bilanz: Die jugendlichen Teilnehmer an BF 17 verursachten rund 30 Prozent weniger Unfälle und begingen 20 Prozent weniger Verkehrsverstöße als andere Führerscheinabsolventen. Zudem gab es unter ihnen nur halb so viele Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Das BF 17 ist damit die erfolgreichste Maßnahme zur Reduzierung des Unfallrisikos junger Fahrer, die es in der Bundesrepublik je gab.

Quelle: http://www.deutsche-verkehrswacht.de/home/angebote/junge-fahrer/begleitetes-fahren-ab-17.html


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